Der Papstbesuch, die Gnadenbildverehrung und die sozialistische Vergangenheit, Teil 2

Papst in Etzelsbach Bilder

Rosenkreuz aus Hildesheim

Bericht einer evangelischen Pfarrerstochter, 2. Teil

Es gab einige Möglichkeiten sich auf den Weg nach Etzelsbach zu machen, die meisten waren mit Wandern verbunden. Für die mit den Namen von Heiligen benannten Fuß – und Fahrradwege wurden zum Teil extra Wege und Straßen gebaut oder vorhandene Strecken gut ausgebessert. Manche Besucher haben sich ganz bewusst Zeit genommen für das Pilgern und sind z.B. von Duderstadt aus gelaufen, was immerhin 15 km sind. Sie haben unterwegs Fahnen und Fähnchen geschwenkt, sicher das eine oder andere Gebet gesprochen und mit verschiedenerlei Trageelementen auf das große Ereignis aufmerksam gemacht. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Besonders schön finde ich ein etwa ein Meter großes Kreuz, dass ganz und gar aus verschiedenfarbigen echten Rosen zusammengesetzt ist. Etzelsbach ist ja ein Marienwallfahrtsort und die Rose ist ein Symbol für Maria. Die Gruppe, die dieses wunderschöne Kreuz trägt, kommt aus Hildesheim.

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Der Papstbesuch, die Gnadenbildverehrung und die sozialistische Vergangenheit, Teil 1

Bericht einer evangelischen Pfarrerstochter, 1. Teil

Die großen Geheimnisse sind keine Rätsel, für die es eine bestimmte Lösung gibt.Um in sie einzudringen, muß man sich von ihnen verwandeln lassen. Wer dazu nicht bereit oder fähig ist, der wird ins Leere laufen. Aber der, dem es gelungen ist, vermag denen, die es nicht wollten oder konnten, niemals etwas zu verraten. Sie verstehen ihn nicht. So schützen sich die Geheimnisse selbst.

Michael Ende

Papst in Etzelsbach Bericht BilderDie Steinbacher Katholiken waren sehr stolz und glücklich, dass der Papst die kleine Wallfahrtskapelle von Etzelsbach für einen Besuch im Eichsfeld ausgewählt hat. Da sie ihn als Oberhaupt der katholischen Kirche achten und ehren, waren sie auch sofort bereit, dass Kostbarste, was diesem Dorf angehört, nämlich das Gnadenbild aus der Kapelle von Etzelsbach, mit ihm und den bis zu 100.000 erwarteten Besuchern der angekündigten Vesper zu teilen.

Als ich vom geplanten Papstbesuch in Etzelsbach im letzten Frühjahr erfuhr, habe ich mich über die Wahl des Ortes nicht sehr gewundert. Durch meine ethnologischen Forschungen zur Gnadenbildverehrung von Etzelsbach und die daraus erwachsenen, herzlichen Beziehungen zu einigen Bewohnern des Dorfes Steinbach, habe ich selbst erfahren, welch hohe Bedeutung dieses Gnadenbild für die Menschen der Region hat. Die verschiedenen politischen Systeme seit dem 16. Jh. überdauernd und tief in kirchlichen sowie familiären Strukturen verwurzelt, hat das Gnadenbild den Eichsfeldern Kraft und Trost gespendet. „Meine Großmutter ist da schon als Kind hingegangen und deren Großmutter ebenfalls und deren Großmutter wieder und so weiter...“ beteuerte mir eine ältere Frau. Nun also sollte der Papst sich einreihen und dem Gnadenbild die Ehre erweisen oder etwa umgekehrt?

Sicher habe ich als Außenstehende nicht alles verstanden, was an diesem 23. September 2011 in und um Etzelbach passierte. Trotzdem wage ich es die von mir gemachten Beobachtungen mit Sinn zu füllen. Sollten Fehldeutungen auftreten,  mögen mir meine Steinbacher Freunde und Bekannten diese verzeihen. Ich habe eine große Ehrfurcht vor ihrem regional geprägten Glauben. Für Kritik und weiterführende Informationen bin ich sehr dankbar, um das Geschehen immer besser verstehen zu können.

Die Steinbacher selbst haben schon monatelang den Papstbesuch mit vorbereitet. Sie haben ihre Wallfahrtskapelle geputzt, gewienert und gründlich renoviert.  Sie haben einen Besuchsdienst eingerichtet, der die ankommenden, neugierigen Christen aber auch die unzähligen Eventtouristen betreute und die Kapelle und deren wertvolle Güter zu bewahren suchte. Der Dorfchronist Peter Anhalt schreibt dazu in einer Email:

Ab Mai wurde der Besucherstrom von auswärts so groß, dass an den Wochenenden ein Besucherdienst eingerichtet wurde, diesmal aber alle 4 Gemeinden der Pfarrei, also Bodenrode, Westhausen, Reinholterode und Steinbach, Vereine und Gruppen stellten sich dafür zur Verfügung, den vielen Besuchern standen seit dieser Zeit immer zwei Ansprechpartner zur Verfügung, (häufigste Frage: Wo wird die Altarbühne stehen, wo werden die Hubschrauber landen?). Außerdem musste auf die Kerzen aufgepasst werden, an einem der letzten Sonntage steckten Besucher 3.000 Kerzen an! Es wurden auch die Bücher von Andreas verkauft.  Unser Küster Adolf Achtermeier ist ständig im Einsatz.“

Am Abend vor dem Papstbesuch laufe ich mit meiner Gastgeberin Maria zum sogenannten Pilgerfeld, dass außerhalb des Dorfes, etwa 2 km entfernt, dicht bei der Wallfahrtskirche in Etzelsbach, für den Papstbesuch errichtet wurde. Wir sind nicht allein. Auch andere Steinbacher wollen sich, wie schon in den letzten Wochen täglich, durch einen abendlichen Spaziergang vom Fortschreiten der Vorbereitungen auf das große Fest informieren. Auch wenn sich unterwegs nette Begegnungen mit anderen Steinbachern ergeben, gemütlich ist es auf der Großbaustelle Etzelsbach gewiss nicht. Gabelstapler fahren mit Absperrgittern an uns vorbei, medizinische Einsatzkräfte bekommen vor Ort eine Schulung, Ordnungskräfte schauen sich das Gelände an, und allerorten Polizei. (Neben der Polizei werden am nächsten Tag der Bundeskriminaldienst, private Sicherheitsfirmen und ehrenamtliche Helfer für die Sicherheit im Einsatz sein.) Ein Lastwagen mit riesigen grell leuchtenden Scheinwerfern fährt den Hauptweg zur Kapelle auf und ab. Mit Taschenlampen und scharfen Hunden laufen Polizisten durch Gräben und Gebüsch. Andere sitzen in Bussen und bereiten sich auf eine lange Nacht vor. Wieder andere laufen in Gruppen an uns vorbei. Unwillkürlich erinnert uns diese Szenerie an unschöne Erlebnisse mit den Volkspolizisten bzw. den Grenzsoldaten in der DDR. Eine große Unruhe liegt über dem Platz, die weit entfernt zu sein scheint von feierlicher Feststimmung.

Im Hause meiner Gastgeber wird an diesem Abend über die Sperrzeiten auf den Straßen und über die verschiedenen Ausweise gesprochen, die zu festgelegten Zeiten einen Zugang zu einem ausgewiesenen Platz auf dem Pilgerfeld ermöglichen. Und während wir da miteinander reden, kreisen immer wieder Hubschrauber über den Ort und patroulieren Polizisten in kleinen Grüppchen durch die festlich geschmückten Straßen.

Am Morgen des erwarteten Papstbesuches gehen wir um 9 Uhr zur Frühmesse des Dorfes. Ein Kollege vom ZDF ist schon da, interviewt Gottesdienstbesucher, möchte Atmosphäre und TeilePapst in Etzelsbach Bericht Bilder der Messe aufnehmen. Die Sonne scheint an einem mit weißen Wattewölkchen verzierten, strahlend blauen Himmel. Eine eigens für diesen Papstbesuch hergestellte Fahne bläht sich im Wind auf und gibt ihren Text preis: „Wo Gott ist, da ist Zukunft!” Gibt es einen Ort, wo Gott nicht ist? Ich selbst kann mir solch einen Ort nicht vorstellen. Daher schlussfolgere ich und frage gleichzeitig als evangelische Pfarrerstochter: Wozu ist diese Botschaft, dass wir alle eine Zukunft haben, sinnvoll? (Eine Strophe aus dem Gedicht „Christen und Heiden“ von dem evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer fällt mir ein:

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not, sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod, und vergibt ihnen beiden“.)

 

Und noch ein Zweites: Ist nicht das Wort „Zukunft“ eine abstrakte Konstruktion, die in ihrem Dasein gar nicht loszulösen ist von Vergangenheit und Gegenwart?

Im Gotteshaus ist es kühl und feierlich.

Papst in Etzelsbach BilderDiese Messe ist für mich wie ein Atem holen und Kraft schöpfen am Morgen dieses 23.September. Die Gesichter der Anwesenden kündigen schon von der Bedeutsamkeit des Tages. Ein alter Mann hat es mir mit Stolz und Freude in der Stimme gesagt: „Dies ist ein Jahrhundert- nein ein Jahrtausendereignis, und wir können dabei sein“. Zwei etwa 10jährige Ministranten sitzen in einer der vorderen Kirchenbänke und beten laut die Litanei des Rosenkranzgebetes bis die Messe beginnt. Sonst sind kaum Kinder oder Jugendliche zu sehen. Einige Kirchenbänke im vorderen Bereich der Kirche sind komplett leer. Ich staune über die Ruhe und Gelassenheit, die von den Priestern ausgeht. Für sie wird es eine große Ehre sein mit dem Papst eine Marienvesper zu erleben. Bei jeder Messe beten sie für ihn und nun wird er da sein in Fleisch und Blut.

Papst in Etzelsbach Bericht Bilder
Gottesdienst in der Steinbacher Kirche

Vorn am Altar steht der Gemeindepfarrer, links und rechts von ihm zwei aus Steinbach stammende Priester, die von ihren eigenen Pfarreien extra für diesen Tag frei gestellt wurden. Der Gemeindepfarrer erzählt in seiner Ansprache u.a., wie sehr er sich gefreut habe, als er am 25.Januar 2011 erfuhr, dass der Papst nach Etzelsbach kommen würde. Für ihn sei der Papst ein Brückenbauer zwischen Gott und Menschen. Er erklärt:

Der Papst hat das Amt inne, das Christus jenem Fischer vom See Genezareth übertrug, der ursprünglich Simon hieß, und dem er schon beim ersten Zusammentreffen sagte, er wolle ihn „Petrus den Fels“ nennen; den er zum Felsenfundament für seine Kirche gemacht hat; dem er die Schlüssel des Himmelreiches übertrug; dem er die Binde- und Lösegewalt verlieh; den er zum Garanten dafür machen wollte, dass die Hölle niemals Herr würde über seine Kirche.“

Nach der Messe erfahre ich, dass durch zwei Bronzereliefs der jetzige Papst, aber auch Papst Johannes Paul II. in Etzelsbach eine besondere Würdigung erfahren sollen. In einer Spendenbitte heißt es dazu:

Das eine Relief soll Johannes Paul II., Seligsprechung am 01.Mai 2011, als PONTIFEX, als BRÜCKENBAUER darstellen, da seinem Wirken auch das Ende des kalten Krieges und der Fortfall der Mauer zu verdanken ist. Dieses Relief wird zum Papstbesuch bereits angebracht sein und soll von unserem Hl.Vater gesegnet werden.

Das andere Relief wird an unseren derzeitigen Papst erinnern und naturgemäß erst danach angebracht werden.“

Ich bin ein bisschen erstaunt über die politische Wirkkraft, die dem polnischen Papst da zugesprochen wird. Stellte er die treibende Kraft für das Ende des Kalten Krieges da?

Wenn dem so ist, warum traut man dem heutigen Papst nicht mehr politische Durchschlagkraft angesichts drängender Probleme zu?

Etzelsbach liegt in der Nähe der ehemaligen Zonengrenze, die viel Leid in diese Region gebracht hat. Während des Tages höre ich immer wieder Geschichten von Familien, die durch die Mauer auseinander gerissen wurden. Sie wird so ein Relieftext ansprechen.

Am heutigen Festtag gibt es in meiner Gastfamilie bereits um 11.30 Uhr Mittagessen. Neue Gäste kommen dazu, die auch auf das Pilgerfeld gehen wollen. Die Spannung steigt. Letzte Vorbereitungen zum Lospilgern werden getroffen. Hat jeder etwas zu trinken und zu essen? Die Mutter in der Familie verteilt an alle, die wollen lange Unterhosen und Strickstrümpfe. (Für den Abend werden Temperaturen im einstelligen Bereich erwartet.) Sind die Fotoausrüstungen samt Akkus eingepackt, ist etwas Geld im Rucksack und die allerwichtigste Frage: Hat jeder seinen Berechtigungsausweis? Da er an einem roten Halsband befestigt ist, kann ich ihn wie ein Kleidungsstück überstreifen. So geht der Ausweis nicht verloren und ich habe die Hände frei für die Kamera und einen Klappstuhl, der mir während der circa 6 Stunden auf dem Pilgerfeld als Sitzgelegenheit dienen wird. (Stühle gibt es dort nur für kirchliche Würdenträger und eingeladene Politiker und vielleicht für behinderte Menschen.)

Zunächst sammeln wir uns zusammen mit anderen Steinbacher Bürgern und deren Gästen vor der Steinbacher Kirche.

Der Gemeindepfarrer hatte die Gläubigen seines Dorfes eingeladen um 12.30 Uhr in einer gemeinsamen Prozession zum Pilgerfeld zu ziehen. Es werden Liedblätter verteilt. Vorneweg ziehen überwiegend jugendliche Ministrantinnen und einzelne Ministranten in der typisch weiß/roten Kleidung. Ungewöhnlich ist, dass manche von ihnen nicht nur Fahnen, sondern auch Rucksäcke auf dem Rücken oder grellbunte Taschen seitlich tragen. Auch sie müssen ihre Vorkehrungen für ein paar Stunden Aufenthalt auf dem Pilgerfeld treffen.

Papst in Etzelsbach Bericht BilderWährend wir laufen, werden Marienlieder und Gebete gesprochen, unbeirrt riesiger sich an uns vorbei drängelnder Reisebusse und Versorgungsfahrzeugen. Es haben sich schätzungsweise 150 – 200 Leute der Prozession angeschlossen. Über unseren Köpfen kreisen Hubschrauber und nicht nur die der Polizei. Von nun an sind wir alle für ein paar Stunden im Fokus der Journalisten und im Fokus derer unter uns, die mit ihren kleinen und größeren Fotokameras versuchen werden dieses historische Ereignis festzuhalten.

Die Freiwillige Feuerwehr von Steinbach grüßt mit einem Transparent den Papst und hat eine Gulaschkanone für hungrige Pilger aufgebaut. Ein junges Pärchen versucht sein Glück im Verkauf: „Zum Segnen vom Heiligen Vater: Lederkreuz mit Lederband, 4 Euro pro Stück!!“ Wie viel werden sie von den 10 000 extra für dieses Event angefertigten Kreuzen verkaufen? Sie müssen sich des möglichen Erfolges ziemlich sicher gewesen sein, sonst hätten sie die 5000 Euro Verkaufslizenz nicht bezahlt.

Was für ein Getümmel, denke ich. Doch meine Augen bleiben auch an den in drei Wassereimern verteilten Schnittblumen hängen – hat da jemand aus lauter Hingabe seinen Blumengarten abgeerntet? Manche Bewohner stehen vor ihren Häusern oder schauen bewundernd aus den Fenstern. Einige Häuser sind mit Kirchenfahnen beflaggt. Über den Straßen flattern bunte Wimpelketten. Fünf Polizisten stehen etwas schüchtern in einer akkuraten Reihe am Straßenrand – die sind bestimmt von hier.

Dieser gemeinsame Gang ist trotz all dem drum herum stattfindendem Durcheinander sehr feierlich. Ich selbst fühle mich den Steinbacher Pilgern eng verbunden und gehe gern an ihrer Seite.

Als wir das Dorf verlassen, wandern wir auf Feldwegen in Richtung Etzelsbach. Neugierige Kühe schauen von einer Weide zu uns herüber. In der Ferne sehe ich von der Autobahn herkommend lange Pilgerströme durch das Tal ziehen. Eine nicht enden wollende, bunte Kette, auf engen Wegen, eingeklemmt zwischen erdig braunen Feldern.

Die Felder wurden schon vor Wochen bis zur Erdkrumme abgeräumt. Nach der technischen Abnahme durften sie nicht mehr bepflanzt werden. Alles aus Sicherheitsgründen. Die betroffenen Bauern wurden finanziell entschädigt.

Ich entdecke einen Priester aus Steinbach in der Pilgergruppe, den ich schon seit meiner Feldforschung im Jahre 2000 her kenne und von dem ich viel gelernt habe über den katholischen Glauben und sein Leben als Priester. Jetzt sprechen wir darüber wie gut es uns tut zu pilgern, sich mit seinen Füßen auf den Weg zu machen, damit auch Geist und Seele in Bewegung geraten und offener sind für neue Erfahrungen.

Fortsetzung (Teil 2/2) hier


 

 

Aktuelles zum Papstbesuch am Gnadenbild von Etzelsbach im Eichsfeld

Zum Papstbesuch in Etzelsbach, Obereichsfeld, am 23. September 2011

Zum Papstbesuch in Etzelsbach, Obereichsfeld, am 23. September 2011

Während die katholische Welt auf den Besuch des Papstes Benedikt XVI. in Deutschland blickt, rückt für einen Tag auch der katholische Wallfahrtsort Etzelsbach im thüringischen Obereichsfeld ins Mittelpunkt des Interesses, den der Papst am 23.09.2011 besuchen wird.

Für die Bewohner dieser Region ist dieser Ort jedoch schon lange ein besonderer Ort. Jährlich findet dort am zweiten Sonntag nach Mariä Heimsuchung die sogenannte „Pferdewallfahrt“ statt, zumindest in der Öffentlichkeit die am deutlichsten wahrnehmbare Glaubensmanifestation in Etzelsbach mit einer langen Tradition, die auch den Atheismus der DDR sowie die Wirren der Wende- und Nachwendezeit unbeschadet überdauerte.

Doch wer bereits einmal an diesem Ort verweilte, der spürt, dass die Wallfahrtskapelle in Etzelsbach mit ihrem Gnadenbild für die Gläubigen persönlich sehr bedeutsam ist. Es wäre sehr schade, wenn die für viele Menschen im Obereichsfeld doch so wichtige Bedeutung des Gnadenbildes nun angesichts des „hohen Besuchs“ in den Hintergrund rückt und in der Öffentlichkeit hinter riesigen Bühnen, Absperrgittern und künstlich angelegten Wegen und Plätzen zurückstehen muss.

Wie so oft steht ein Massenereignis im Mittelpunkt, weniger die Bedeutung eines Ortes, seine Geschichte und Traditionen. Auf dieser Internetseite befinden sich einige Informationen, weiterführende Links und Leseproben aus meiner ethnologischen Magisterarbeit, in der ich mich seit 1997 mit der Bedeutung des Wallfahrtsortes Etzelsbach, der Pferdewallfahrt und der Bedeutung des Gnadenbilds auseinander gesetzt habe.

Obwohl ich selbst nicht katholischen Glaubens bin, ist es für mich aufregend, nun diesen Ort im Angesicht des Papstbesuches, den ich mit Distanz, aber auch Interesse verfolge, erneut zu besuchen.

Welche Auswirkungen hat dieser Besuch auf die Menschen, wie wirkt sich dieses Ereignis auf den von mir so geschätzten Ort Etzelsbach aus? Ich bin mir sicher, dass dieser schöne Ort an und um die Wallfahrtskapelle in den nächsten Wochen wieder zur Ruhe kommen wird. Bleibt zu hoffen, dass auch die Bedeutung des Gnadenbildes bewahrt bleibt.

Meine Eindrücke und Fotos werde ich in den nächsten Tagen hier veröffentlichen und ich freue mich schon jetzt auf viele Anregungen und neue Kontakte.